Bio Natur - Gesundheit (er)leben

Biokost - warum kostet Bio mehr

 Keine Frage: Biokost und Biosaft sind teurer

Ja,  Biokost  kostet  in den  meisten  Fällen  mehr  als  herkömmlich  hergestellte  Ware. Warum   sollte ich dann aber zu Produkten aus biologischem Anbau, der sogenannten Biokost, greifen ? Weshalb soll ich mehr Geld für doch anscheinend gleiche Produkte ausgeben ? Und was steckt in Biokost drin, was herkömmliche Produkte nicht haben ?

Viele Fragen, auf die es die unterschiedlichsten Antworten gibt. Eine Studie, welche sichz.B. in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung unter "Ratten würden Öko kaufen" findet, besagt, daß sich Tiere (Ratten, Hühner, Kaninchen), welche vor der Wahl standen, entweder Biokost oder herkömmlich erzeugte Nahrung zu fressen, instinktiv für das ungespritzte Futter entschieden. Warum sich unsere vierbeinigen Feinschmecker aber für die Biokost entschieden, ist den Wissenschaftlern bis jetzt noch größtenteils unklar. Eine Erklärung, warum Ratten und Konsorten lieber zum gesünderen, weil ungespritzten Fressen greifen, könnte ganz einfach der Instinkt der Tiere sein. Eine andere Möglichkeit, so die Forscher, könnte die Wahrnehmung kleinster Mengen an Nitraten und den im Futter enthaltenen Spritzmitteln sein, welche sich in "echter" Biokost nicht finden. Und als dritter Grund wird der Vergleich mit dem Menschen angeführt, schließlich bevorzugen auch die Feinschmecker unter uns die oftmals schmackhaftere Biokost und vitaminreicheren Biosaft.

Auch Greenpeace greift diese Studie auf. Hier wird allerdings noch ein anderes Studienergebnis ins Feld geführt (Studie des Berliner Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin BBgV), welches interessanterweise besagt, daß aus ernährungswissenschaftlicher Sicht (Nährwert, Vitamine, Mineralstoffe) kaum Unterschiede zwischen ökologischen und herkömmlich erzeugten Produkten bestehen. Heißt das jetzt wiederum, es ist doch egal, ob Biokost oder genmanipuliertes Essen.

Weitere  Forschungen  zum  Thema Biokost  der Wiener Wissenschaftler, etwa der Ausgleich kleinerer Differenzen des unterschiedlichen Vitamingehaltes durch Beigabe künstlicher Vitamine oder auch das Vertauschen der Futtertröge, kamen immer wieder zum selben Ergebnis: Der Vierbeiner hoppelt zur Biokost. Und wie ich auch mehrfach darauf hinweise, spielt die richtige Futtermischung auch für uns Menschen hinsichtlich ungesättigter Fettsäuren wie z.B. Omega-3-Fettsäuren eine wichtige Rolle.

Und nicht nur das, Versuchsgruppen, welche Biokost serviert bekamen, hatten laut den Forschern wesentlich weniger Totgeburten als die Gruppe mit konventionellem Futter.

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Welche Vorteile kann aber der Mensch durch all dies gewinnen, außer natürlich einen gesünderen Lebensstil ? Oder wollen wir Zweibeiner vielleicht gar nicht zur Biokost "hoppeln", weil wir immer noch voreingenommen gegenüber allem Neuen sind ?
Agrarwissenschaftler Hörning dazu: "Trotz Massenproduktion und weltweitem Handel wird Ökokost immer noch umweltschonender und tiergerechter hergestellt als ihr konventionelles Gegenstück." Soll heißen, die schnatternden und gackernden Lieferanten haben wesentlich mehr Platz in ihren Behausungen und vegetieren nicht 24 Stunden im künstlichen Dauerlicht, sondern genießen wie wir Menschen den natürlichen Tag- und Nachtrhythmus. Und die muhenden Produzenten genießen mehr Auslauf in ihren Stallungen, was die Gelenkschäden vermindert. Was aber viel wichtiger ist, ist die Tatsache, daß die Herstellung von Biokost das Grundwasser nicht mit Düngemitteln belastet, die Artenvielfalt des Bodens bleibt erhalten, die Erosion wird verringert. Natürlich liefert Biokost nicht die Erträge wie herkömmlich hergestellte Ware. Eine über 20 Jahre andauernde Studie des Schweizer Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) kam zu dem Ergebnis, daß im Durchschnitt 21% weniger Ertrag bei Biokost zu verzeichnen war, aber der Energieverbrauch lag dafür auch um 19% unter dem der eingesetzten Energie auf den Anbaufeldern konventioneller Nahrungsmittel.

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Zu diesem Thema gab es am 03.02.2009 auf dem ZDF Dokukanal eine interessante Berichterstattung. Unter anderem wurde ein Langzeitprojekt des Schweizer Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) vorgestellt, welches sich nun mehr schon über 30 Jahre erstreckt. Auch hier kommen die Forscher und Wissenschaftler zu dem eindeutigen Ergebnis, daß einem Minderertrag von 20 % auf biologischen Anbauflächen eine wesentlich geringere Bodenerosion gegenübersteht. Und bei ausgelaugten Böden, oft eine Folge konventioneller Bebauung, verringert sich dieser Prozentsatz sogar noch. Weitaus wichtiger ist aber die Tatsache, daß sich auf unbehandelten Böden auch sogenannte Unkräuter "wohlfühlen" bzw. erst gar nicht absterben. Folge davon ist ein unbeschreiblich hoher Artenreichtum an pflanzlichem und tierischem Leben. Und wer, so wie ich, selbst einen kleinen Garten sein eigen nennen darf, wird wissen, daß der Regenwurm der beste Freund des Hobbygärtners ist. Denn dieser kleine Geselle sorgt schließlich für einen lockeren Boden und erspart mir somit viel Arbeit, meine operierte Wirbelsäule läßt sich auf diesem Wege bei all jenen kleinen Helfern bedanken. Urs Niggli, der Direktor des FiBL, schlägt dabei in die selbe Kerbe. wobei er auch das noch brachliegende, im Zusammenhang mit Landbau ein von mir absichtlich gewählter doppeldeutiger Begriff, Entwicklungspotential des ökologischen Landbaus hervorhebt. Weiterführende und sehr ausführliche Erklärungen findet der interessierte Leser z.B. hier.

Den größten und wohl wichtigsten Unterschied von Biokost zur breiten Masse macht aber wohl die geringere Pestizidbelastung aus. Der Nahrungsmittelkontrolleur Edelhäuser erstellte eine Analyse, welche nachwies, daß konventionelle Nahrungsmittel bis zu 25-mal höhere Rückstände an Pflanzenschutzmitteln enthielten als die Biokost-Produkte. Wenn man dann bedenkt, daß EU-weit erst 4 % der landwirtschaftlichen Flächen und weltweit sogar nur 1 % biologisch bewirtschaftet werden, sieht man, welch enormes Einsparungspotential hier an Pflanzengiften und industriellen Düngemitteln noch möglich wäre. Denn der ökologische Landbau ist nicht nur im Hinblick auf die Erzeugung von Biokost sinnvoll, auch im Bereich Naturkosmetik drängt er immer mehr in den Vordergrund.     

Und noch etwas zum Thema artgerechte Tierhaltung. Die bereits oben angeführte Sendung des ZDF-Dokukanals erwähnte hierbei auch zwei Versuchsstudien. Eine davon bezieht sich auf ein Forschungsprojekt namens Versuchsstation Viehhausen der TU München. Hier werden hauptsächlich Fragen und Probleme erörtert, inwieweit eine nachhaltige und ökologische Landwirtschaft gestaltet werden muß, um den ökologischen und ökonomischen Erfordernissen gerecht zu werden. Darüberhinaus werden Studien betrieben, welche sich mit den hohen Anforderungen hinsichtlich Verbraucherschutz als auch artgerechter Tierhaltung beschäftigen.

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Besondere  Beachtung  meinerseits  und  große Aufmerksamkeit  in  dem  Beitrag  erlangte   aber  ein Biobauer  oder vielleicht besser Bionier (nicht Pionier) mit  Namen Hans Breitsameter. Herr Breitsameter geht mit dem allgemeinen Ausspruch "glückliche Hühner" auf seinem Biolandhof noch weit mehr als einen einzigen Schritt nach vorne. So finden sich auf dem riesiges Freigelände Büsche und Sträucher, welche dem gackernden Federvieh Schutz vor Raubtieren bieten, aber genauso als Schattenspender und Regenschutz dienen. Das Freigelände ist desweiteren in Parzellen unterteilt, um Stress und Revierstreitigkeiten zu reduzieren. Vollendet wird das Ganze durch einen übergangslosen "Wintergarten", in welchen sich die Hennen zurüückziehen können, die Krönung für mich war aber neben Musikberieselung eine Sprühkanone, aus der Hans Breitsameter ätherische Öle auf sein arbeitendes Volk regnen ließ. Für mich ein Vorzeigeprojekt, wie Mensch und Nutztier auch miteinander und zusammen leben können. Weiter so, Herr Breitsameter.

Bei aller Liebe zur Natur und der Biokost sollte man natürlich bei all der Diskussion eines nicht vergessen. Forschungsergebnisse sind nur so gut wie derjenige, welcher sie zu interpretieren weiß. Die unterschiedlichen Lebensmittelstandards der verschiedenen Staaten und sogar Mitgliedsländer der EU lassen viel Spielraum, ob und wie gut geprüfte Biokost auch wirklich ist. Was für den einen noch gut genug ist, wird von anderen schon als bedenklich eingestuft. Doch wer sich für den Weg Biokost entscheidet, wird hierbei auch andere, vielleicht noch unberücksichtigte Ziele, erreichen. Denn Biokost bedeutet auch die Unterstützung sogenannter Entwicklungsländer, wer mit den Begriffen Fair Trade und Dritte-Welt-Projekte nicht ganz so vertraut ist, dem bieten Produkte unter dem Siegel Biokost Möglichkeiten, indirekt auch Gutes zu tun. Und viele Gefahren, welche sich mit Biokost vermeiden lassen, spiegeln sich auch wieder in den Themen Naturkosmetik wider, wobei hierbei noch andere Faktoren zur Geltung kommen.

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