Feng Shui und die Symbolik der 5 himmlischen Tiere
Schildkröte, Drache, Tiger, Phönix und Schlange
Wie wir bereits in der Landschaftsschule gelesen haben, befasst sich dieser Teil des Feng Shui mit der Erfassung und Bewertung des Qi (oder Chi) der natürlichen Landschaftsformationen und von Menschenhand geschaffenen Strassen und Häuser. In welchem Gleichgewicht stehen wir selbst mit unserer unmittelbaren Umgebung, wie wirken sich besondere charakteristische Formen wie Gebirge und Flüsse auf unser Wohbefinden aus. Und diese verschiedenen Qi, welche aus allen vier Himmelsrichtungen sowie aus dem Mittelpunkt auf uns einströmen und wirken, werden mit Symbolen, den sogenannten 5 himmlischen Tieren beschrieben. Diese Interpretation mit Hilfe der 5 himmlischen Tiere erlaubt es gerade im Hinblick auf die Gartengestaltung eines Grundstücks nach Feng Shui Gesichtspunkten, Analysen bezüglich der günstigsten Zuordnungen von Pflanzen, Mauern und Sichtachsen zu treffen.
Dabei erfolgt eine Zuordnung wie auf einer Landkarte. Aus den 4 ursprünglichen Himmelsrichtungen:
Norden
Westen Mittelpunkt Osten
Süden
erfolgt eine Transformation in die 5 bedeutenden chinesischen Tiersymbole:
Schildkröte
Tiger Schlange Drache
Phönix
Diese 5 Tiere, welche ursprünglich aus der chinesischen Astrologie stammen, verkörpern dabei die Einteilung des Himmels in 4 große Konstellationen. Was bedeuten sie aber nun für Feng Shui und wie werden sie für die Bestimmung und Verwendung der Qualitäten der verschiedenen Qi herangezogen ? Da sie, wie wir gerade gelesen haben, die verschiedenen Himmelsrichtungen verkörpern, sind sie ein wichtiger Bestandteil für das Kompass-Bagua, dazu aber dort mehr. Kommen wir jetzt erst einmal zur Definition der 5 himmlischen Tiere und mit welchen Fähigkeiten und Eigenschaften diese 5 himmlischen Tiere ausgestattet sind.
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Der Norden, das Reich der Schildkröte
Was zeichnet eine Schildkröte aus ? Es ist ihr harter Panzer, ein natürlicher Schutz gegen ihre Feinde. Doch sie steht nicht nur für Unverwundbarkeit, im Feng Shui besitzt sie ebenfalls die Eigenschaft der Langlebigkeit. Durch ihre hohe Lebenserwartung und ihre harte Panzerung gehört die Schildkröte im Feng Shui zu den wichtigsten Glückssymbolen und Glücksbringern. Sie steht für Geborgenheit, ihre Ruhe ist bei ihrem Anblick spürbar und ihre Rückendeckung sprichwörtlich zu nehmen. Denn die Schildkröte gibt dem Menschen Rückendeckung, sie wehrt Gefahren ab. Eine Schildkrötenfigur an der nördlichen Seite, meist der Rückseite eines Hauses, bringt Glück.
Doch das Feng Shui schreibt der Schildkröte noch andere Eigenschaften zu. Da der Norden und demnach die Schildkröte im Feng Shui auch für berufliches Glück steht, ist es immer von Vorteil, eine Schildkrötenfigur in nördlicher Richtung seines Arbeitsplatzes zu plazieren.
Die Schildkröte im Norden, Symbol für das Element Erde, Sinnbild für die Farbe schwarz und die kalte Jahreszeit, den Winter.
Der Drache, Wächter des Ostens
Der Drache als Symbol des Glücks
Im Feng Shui, nein eigentlich in der gesamten chinesischen Mythologie, gilt der Drache als das Glückssymbol schlechthin. Der Drache als das himmlische Tier des Ostens verkörpert den Sonnenaufgang, der grüne Drache symbolisiert den Frühling, der chinesische Drache steht für die Fruchtbarkeit unserer Erde, der Drache symbolisiert das Element Holz. Als Glücksgott ist der Drache für den Regen zuständig. Regen, welcher so unersetzlich ist für das Getreide, die Feldfrüchte, die gesamte Natur. Die schlimmsten Naturkatastrophen in Form von Überflutungen entstehen dabei durch den Tod eines Drachens. Andere wiederum sprechen vom schwarzen Drachen, welcher für Überschwemmungen und Stürme verantwortlich und dementsprechend gefürchtet war.
Oftmals wird der Drache in alten Darstellungen mit einer Perle dargestellt, welche er entweder um den Hals trägt oder diese Perle ziert seine Stirn. Die Perle steht dabei als Symbol für die Sonne, wiederum ein Rückbezug auf den Drachen als Träger und Bote dieser lebensspendenden Energie. Andere schreiben diesen Drachenperlen magische Fähigkeiten zu, ein Verschlucken solch einer Perle verwandelt einen Menschen selbst in einen Drachen.
Long Wang, der Drachenkönig
So wie die Bibel von Adam und Eva als Urvater und Urmutter der Menschheit spricht, so entstammen die Menschen der chinesischen Legende nach von Long Wang ab, dem Herrn über Leben und Tod. Long Wang bewohnt einen Palast auf dem Meeresgrund und dort regiert er über alles Leben auf Erden. Ohne Long Wang wäre kein Leben möglich, und Long Wang ist auch für die Erhaltung des Lebens zuständig. Long Wang besitzt den Mythos der Unsterblichkeit, er kann groß wie der ganze Erdball werden und er kann sich in die winzigste Seidenraupe verwandeln. Ein chinesisches Sprichwort lautet: "Der Drache hat neun Söhne und jeder davon ist verschieden." So vermag der Drache auch die Form einer Schildkröte, eines Löwen, ja sogar eines Menschen anzunehmen. Die neun Söhne des Drachens stehen aber dafür, aus welchen verschiedenen Tieren sich der Drache zusammensetzt. Der Drache besitzt den Kopf eines Pferdes, er hat die Augen eines Dämonen, die Hörner ähneln einem Hirschgeweih. Seine Ohren hat er vom Ochsen, er trägt einen Schlangenhals und sein Unterleib erinnert an eine überdimensionale Muschel. Der Drache hat Karpfenschuppen, seine Klauen sind gefährlich wie die eines Adlers und auf seinen Fußsohlen bewegt er sich leise wie ein Tiger.
Und diesem Herrscher, dem Drachenkaiser des Ostmeeres, untersteht eine riesige Heerschar an Drachen und Tiergeistern. Je nach regionaler Lage werden dabei verschiedenste Drachen angebetet. So gibt es himmlische Drachen, welche die kaiserlichen Paläste auf ihrem Rücken tragen, es gibt den irdischen Drachen, welcher für den Lauf der Flüsse, Bäche und Seen zuständig ist. Es gibt Drachen der Sümpfe, böse Feuerdrachen, welche das Wasser fürchten und Eisdrachen.
Der Drache als Symbol des Yang
Der Drache ist weiterhin Stellvertreter des männlichen Prinzips in der Lehre von Yin und Yang. Er gilt als Symbol der Männlichkeit und so wurde er auch als Symbol der alten chinesischen Kaiser übernommen. Einen chinesischen Kaiser zeichnete Mut, Ausdauer, Potenz, Ausdauer und natürlich unbändige Kraft aus. Die göttliche Kraft des Drachens sollte für Wohlstand der Untertanen sorgen, seine Weisheit sollte den Kaiser bei seinen Entscheidungen leiten. So erschien der erste Drachen am himmel während der Geburt des ersten Kaisers und folglich durfte niemand außer der kaiserlichen Familie den fünfklauigen Drachen als Symbol verwenden. Jeder, der dem zuwiderhandelte, wurde mit dem Tod bestraft. Der Thron des Herrschers hieß Drachenthron und beim Tod eines Herrschers wurde dieser auf dem Rücken eines Drachens zu seinen Ahnen geleitet.
Es ist schwierig für mich als Mann, den (hoffentlich) vielen weiblichen Lesern die Bedeutung des Drachens als DAS männliche Symbol des alten, aber auch neuzeitlichen Chinas näherzubringen. Aber seien Sie bitte nicht mir böse, daß in den alten Kulturen, nicht nur in China, die Stellung des Mannes als etwas Besonderes und die Dominanz männlicher Geschöpfe wesentlich stärker ausgeprägt war als es dies glücklicherweise in heutiger Zeit ist. Ich möchte Ihnen hier nur den geschichtlichen Hintergrund näherbringen, keine Wertung abgeben. Denken Sie nur an das elisabethanische Zeitalter, einen ganzes Zeitalter, welches nach Elisabeth I benannt wurde. Denken Sie an unsere Kaiserin Elisabeth von Österreich, im Volksmund Sissi, Golda Meir oder Hannah Arendt, für mich eines der Genies auf dem Gebiet der Literatur. Oder wussten Sie, daß die erste Frauenfußball-WM 1991 in, richtig, China stattfand ? Ich werde mich dann um so ausführlicher beim Thema Yin und Yang mit dem Yin, der weiblichen Grundkraft der chinesischen Phiosophie auseinandersetzen. Und noch etwas: Ihm gegenüber, im Westen wohnt der Tiger, Symbol der Frau, aber dazu gleich mehr. Eines noch zum Abschluß zum Thema Männlichkeit und Drache. Wirklich wütend wird ein Drache dann, wenn der Mensch gewaltsam in die Natur eingreift. Riesige Stauseeprojekte, Waldrodungen, künstliche Flußbegradigungen oder der Raubbau an der Natur in Form der Ausbeutung der Gebirge (Gold,Edelmetalle,Kohle usw.) lassen die Erde erzittern. Stollen brechen ein, Überflutungen, Tsunamis, Erdrutsche sind die Folgen. Warum ? Weil der Mensch, und hier hauptsächlich der Mann, die Adern des Drachen verletzt, weil sich der Mann in die Eingeweide des Drachen gräbt, ihm sinnbildlich Schmerzen zufügt, ihn als Symbol für die wunderbare Natur herausfordert.
Der Tiger
weibliche Weitsicht und Intuition aus dem Westen
Der weiße Tiger, Symbol für den Herbst, ständig bereit, zu handeln und zuzuschlagen. Aber auch geduldiger Jäger, wartend auf die sich bietenden Chancen, auf der Lauer liegend, Verteidiger und Angreifer zugleich. Der Tiger steht für die Frau, eine Erhebung der westlichen Seite eines Grundstückes stärkt die Familie, festigt die Stellung der Frau als Mutter, steht für die unbedingte und bedingungslose Liebe der Frau zu ihren Kindern. Und doch sollte der Westen nicht der höchste Punkt sein, denn der Drache als oberster Wächter und Sinnbild für Glück sollte über ihm stehen. Ein nach Feng Shui Gesichtspunkten günstiger Ort sollte hufeisenförmig von zwei ihm umgebenden Hügeln begrenzt sein. Ein männlicher, östlicher Strom fließt von seiner höchsten Erhebung Richtung Westen, zum komplementären, weiblichen Teil des Erdstroms.
Der Tiger verkörpert das Element Metall, er ergänzt den Drachen. So wie die Frau als Mutter und Partnerin die Familie schützt, so schützt eine Baumgruppe, eine kleine Erhebung oder eine Hecke das Haus vor den Gefahren aus dem Westen. Der Tiger mit seinem siebten Sinn und seinem untrüglichen Gespür für Beute läßt ihn richtige und vor allem schnelle, intuitive Entscheidungen treffen. Unerwartete Einkommensmöglichkeiten und Geldquellen, geschäftlicher Erfolg und das Nutzen von Möglichkeiten, die andere verpassen, stehen für einen erfahrenen und weitsichtigen Tiger. Doch der Tiger weiß diese Möglichkeiten nicht nur zu erkennen und zu nutzen, er schätzt sie vielmehr reell ein und wenn sie als unmöglich erscheinen, besitzt er die Geduld, abzuwarten und seine Kräfte für günstigere Gelegenheiten zu bündeln. Der Tiger sollte nach Feng Shui den Drachen an Höhe und Gestalt nicht überragen, aber durch seine Vitalität, seine Motivationsfähigkeit, seine Autorität versinnbildlicht der Tiger die Führungsrolle der Frau in der Familie. Die beste Ehefrau der Welt, also meine Gattin, gibt mir immer wieder mit auf den Weg: "Hinter einem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau !" Und dem kann ich nur beipflichten. Übrigens liebe ich meine Tigerin (Ehefrau) wegen all dieser Eigenschaften, aber noch vieler anderer Dinge wegen, abgöttisch. Ich möchte mich auch einmal auf diesem Wege dafür bedanken, daß ich Dich gefunden und so zu lieben gelernt habe, wie Du es verdienst (ich hoffe, das liest sie nicht).
Der Phönix - rotes Feuer im Süden
Als viertes der himmlischen Tiere steht der Phönix als Sinnbild für den Sommer, er repräsentiert das Element Feuer, sein Wesen ist die Barmherzigkeit. Der Phönix, jenes unbekannte Fabelwesen, wird 1000 Jahre alt, der Phönix trinkt nur sauberstes Quellwasser und legt Eier wie ein normaler Vogel. Deshalb werden ihm auch die Attribute Anmut und Beweglichkeit zugeschrieben. Der Phönix, dessen Platz vor dem Haus ist, braucht Platz, um sich in die Lüfte zu erheben. Deshalb sitzt er am besten vor dem Haus auf einer kleinen Anhöhe, damit er bei Gefahr schnell aufsteigen kann, um das Haus und seine Bewohner zu bewachen und zu beschützen. Eine Legende besagt, daß sich der Phönix am liebsten in den Kronen des Wutung-Baumes aufhält, deshalb ist ein solcher Baum in einem Garten nach Feng Shui auch immer von Vorteil und sollte dort nicht fehlen.
Ich habe bei meinen Recherchen nach dem Wutung-Baum keine wirklich zufriedenstellende Antwort gefunden. Aber ich habe zumindest einen Lösungsansatz, welche für mich am plausibelsten erscheint. Für den Begriff Wutung-Baum bin ich auf meiner Suche auf den sogenannten Stinkbaum getroffen. Dabei handelt es sich um einen platanenblättrigen Baum oder Strauch aus der Familie der Malvengewächse. Meine weitere Suche hat mich dann zum Begriff des schwarzen Vogelkirschbaums oder auch der Vogelkirsche geführt ( siehe dazu hier). Dies bedeutet, im Volksmund wurde dieser Baum, auf welchem sich der sagenumwobene Phönix aufgehalten haben soll, bereits vor einigen Jahrhunderten mit dem Vogel assoziiert. Weiterhin halte ich für sehr aufschlußreich, daß die Früchte dieses Baumes sehr gerne von Vögeln als Nahrung verspeist werden. Ich finde es immer wieder interessant und höchst lehrreich, wie sich durch Nachforschen und Assoziationen bestimmte Aussagen und Wahrheitsgehalte von Legenden und Mythen erklären lassen.
Meine Neugierde hat mich dann aber noch ein Stück weiter getrieben und ich wollte diesem sagenumwobenen Geschöpf namens Phönix noch etwas näher kommen. Auf die Spur gebracht hat mich dann dieser Artikel. Ich halte es deshalb auch nicht für ausgeschlossen, daß alte versteinerte Skelettfunde und Knochen im alten China für diese Legendenbildung des Phönix nicht unerheblich waren. Und auch die Aussage des 1000 Jahre alt werdenden Geschöpfs hat für mich mittlerweile eine neue Bedeutung bekommen. Die Menschen des alten China begriffen sehr wohl, daß dieses gefiederte Geschöpf zwar nicht unendlich lange leben kann, aber durch die gefundenen Versteinerungen wurden dem Phönix zumindest die Fähigkeit zugeschrieben, einen sehr langen Zeitraum überdauern zu können. Ich will jetzt nicht noch weiter in wissenschaftliche und prähistorische Abgründe hinabsteigen, sondern abschließend noch einmal die Bedeutung des Phönix im alten chinesischen Kaiserreich hervorheben.
Der Phönix als Symbol für freie Sicht war gleichbedeutend mit der niedrigsten Erhebung einer Landschaft oder eines Gebäudes. Und um eben auch von diesem Platz einen guten Überblick zu gewährleisten, ist es unumgänglich, daß sich keine Hindernisse davor befinden. Bereits in den verschiedenen Dynastien des alten China wurde dieser Platz in neun Segment aufgeteilt, eine Ähnlichkeit mit dem 3-Türen Bagua kommt sicher nicht von ungefähr. Diese Ming Tang, übersetzt "leuchtende Halle", "erleuchtete Halle", bildete dabei jenen Ort, in welchem der Herrscher seine Audienzen abhielt und der ihm zur Abhaltung seiner Regierungsangelegenheiten diente. Deshalb bildet dieser vordere Bereich eines Feng Shui Gartens auch den wichtigsten Punkt, sozusagen das Herz, welches alle anderen Teile des Gartens mit Chi versorgt. Die zentrale Lage gewährleistet die Versorgung mit positiver Kraft. Ebenfalls von Vorteil ist es, in diesen Bereich einem Brunnen oder Teich zu plazieren. Damit schließt sich auch wieder der Kreis zum Phönix, jenem Phantasiewesen und Fabeltier, welches nur sauberstes Wasser trinkt. Denn um Wohlstand und Reichtum zu erhalten, ist es unumgänglich, daß dieses Gewässer immer sauber und rein ist, denn Phönix trinkt kein fauliges und stinkendes Wasser.
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Die Schlange - Mittelpunkt und Achse der 4 Jahreszeiten
Den Mittelpunkt von Schildkröte, Drache, Tiger und Phönix bildet die erdfarbene Schlange. Die Schlange genießt den Schutz der anderen vier himmlischen Tiere, ist aber gleichzeitig gefordert, die Handlungen und das tun dieser vier himmlischen Tiere zu koordinieren und deren Bewegungen zu lenken und positiv zu beeinflussen. Die Schlange steuert die vier Jahreszeiten, sie sorgt für einen regelmäßigen Wechsel von Kälte und Hitze, von Regen und Trockenheit, aber auch von Tag und Nacht. Die Schlange muß stets hellwach sein, sie bildet die Schaltzentrale für das Gleichgewicht der Natur. Die Schlange ist durch ihre Farbe von der Erde kaum zu unterscheiden, sie soll unauffällig, aber effektiv und bestimmt, ja bestimmend, das Zusammenspiel von Schildkröte, Drache, Tiger und Phönix überwachen und bei Bedarf regelnd und regulierend eingreifen.
Die Schlange steht nicht für ein Element, sie besitzt nicht die Eigenschaften einer der Jahreszeiten, sie ist das Haus, das Gebäude, der Platz, welchen die anderen himmlischen Tiere umgeben. Die Schlange steht aber im Feng Shui auch für uns selbst, die Schlange sind wir, welche von all den Naturkräften, Elementen und Jahreszeiten umgeben sind. Wir sind aber auch Teil einer anderen, größeren Schlange, welche wiederum Mittelpunkt für vier noch größere, noch mächtigere himmlische Tiere ist. Und so schließt sich fortwährend ein Kreis, während sich ein nächster, größerer Kreis auftut. Immer weitere, immer größere Kreise entstehen, schließen sich um immer mächtigere Schlangen.
Doch wo endet dies schließlich ? Gibt es die Schlange, den endlich schließenden Kreis mit den vier himmlischen Tiere, welche keinen neuen Kreis mehr beginnen und beenden. Ich weiß es nicht, ich kann nicht sagen, ob Long Wang, jener sagenhafte, unendlich große Drachenkönig, irgendwann beschließt, seiner Unendlichkeit überdrüssig zu werden. Vielleicht ist er es irgendwann leid, andauernd gegen Menschen ankämpfen zu müssen, die andauernd seine Drachenadern verletzen und sein Drachenblut verschütten. Vielleicht, ja vielleicht ist Long Wang irgendwann selbst der Drachentöter. Ich weiß es nicht, ich weiß nur, daß ich selbst nur eine winzigkleine Schlange bin, umgeben von vier winzigkleinen himmlischen Tieren, einer winzigen Schildkröte, einem kleinen Drachen, einem Mini-Tiger und einem Phönix, welcher mit kleinem Flügelschlag über mir unendlich kleine Kreise zieht.
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