Hypnose - Trance, Schlaf oder Wachzustand ?
Hypnose: Hypnos = griechischer Gott des Schlafes
Der Begriff der Hypnose wurde 1843 vom britischen Arzt James Braid ursprünglich als Neurypnologie geprägt, welcher sich später zum heute gebräuchlichen Wort Hypnose verkürzte. Während Braid diesen nervösen Schlaf, so die Übersetzung des Wortes Neurypnologie, bereits als einen Zustand erkannte, welcher in Zusammenhang mit den inneren Kräften des Hypnotisierten bzw. des Patienten stand, wurden diese Kräfte in früherer Zeit noch auf die Fähigkeiten des Hypnotiseurs zurückgeführt.
Während der sogenannte animalische Magnetismus, welcher Ende des 18. Jhd von Dr. Franz Anton Mesmer zu Berühmtheit gelangte, noch von der Voraussetzung ausging, daß eine ungünstige Verteilung dieser magnetischen Kräfte im menschlichen Körper alleine durch die Kräfte und Fähigkeiten des Hypnotiseurs geheilt und gebändigt werden können, stellte Braid die innewohnenden Kräfte des zu behandelnden Menschen selbst in den Vordergrund.
James Braid hielt den Zustand der Hypnose lange Zeit für einen Zustand des Schlafes und dementsprechend leitete er diesen Zustand des nervösen Schlafes von Hypnos, dem griechischen Gott des Schlafes, ab. Erst im hohen Alter erkannte er die Hypnose als einen Zustand konzentrierter Aufmerksamkeit und erhöhter Einbildungskraft. Sich dieser Fehldeutung bewusst, wollte er daraufhin den Begriff der Hypnose durch Monoideismus ersetzen, alleine es war zu spät, das Wort Hypnose war sprichwörtlich in aller Munde und sollte es bis zum heutigen Tage auch bleiben.
Hypnose - Fokussion des menschlichen Gehirns
Während Hypnose vielfach immer noch mit der Vorstellung verbunden ist, daß ein Mann im schwarzen Frack und diabolischem Grinsen seine Assistentin mittels Handauflegen innerhalb Sekunden in einen Schwebezustand bringen kann, sind die Anwendungsmöglichkeiten der Hypnose aus therapeutischer Sicht etwas differenzierter zu betrachten.
Hypnose ist kein Mittel, welches der Selbstdarstellung dient geschweige denn darf die Hypnose als losgelöste und alleinstehende Methode der Problemlösung angesehen werden, vielmehr handelt es sich bei der Hypnose, wie sie heutzutage in der Hypnotherapie angewandt wird, um ein Mittel, welches die primäre Intervention unterstützen soll. Als Intervention wird z.B. das Bekämpfen von Phobien oder Essstörungen bezeichnet, aber auch Erröten, Verhaltensstörungen, Rauchentwöhnung, Stottern, Migräne, Neurodermitis und vieles mehr zählt dazu.
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Über eines sollte man sich jedoch im klaren sein. Hypnose kann keine Wunder wirken und bevor Sie sich auf das Unternehmen Hypnose einlassen, sollten Sie immer zuerst einen Arzt Ihres Vertrauens aufsuchen, damit bereits im Vorfeld mögliche körperliche Ursachen ausgeschlossen werden können. Die Hypnose soll die medizinischen Möglichkeiten und Heilungschancen begleiten und unterstützen, sie darf aber niemals als Allheilmittel angesehen werden.
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Auch wenn, wie wir schon festgestellt haben, das Wort Hypnose von Hypnos, dem griechischen Gott des Schlafes abgeleitet wurde, handelt es sich bei der Hypnose vielmehr um einen Trance-Zustand, einen Zustand unterschwelliger, dafür aber um so schärferer Wahrnehmung. Wer gerne joggt, wird vielleicht dieses Gefühl des "wie in Trance Dahinlaufens" kennen, das Gehirn befindet sich in einem nach innen gerichteten Zustand, Bilder werden intensiver aufgenommen, Farben als viel leuchtender empfunden. Diese innere Einkehr gleicht einem Zustand der Meditation, die Augen, also die Blickrichtung ist zwar nach vorne gerichtet, doch das Gehirn gibt sich den eigenen Tagträumen hin.
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Hypnose heißt aber vielleicht auch, sich mit traumwandlerischer Sicherheit seinen Träumen hinzugeben, die äußere Realität wird stillschweigend durch die innere Wirklichkeit ersetzt, welche sich im stärkeren Erleben und Empfinden von Metaphern, Bildern und Suggestionen äußert.
Hypnose nutzt unbewusste Fähigkeiten/Erfahrungen
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Die Hypnose stellt eine Form der Psychotherapie dar, welche sich durch diesen Zustand der Trance Zugang zu unbewusst in unserem Gehirn gelagerten und verankerten Fähigkeiten und Eigenschaften verschaffen will. Die Hypnose ist also der Prozess, welcher diesen Zustand der Trance für bestimmte Lösungsansätze vorher definierter Probleme nutzbar macht. Und die Hypnotherapie ist dann dementsprechend die Therapie, welche letztendlich diesen hypnotischen Zustand nutzt.
Dieses lösungsorientierte Arbeiten der Hypnotherapie setzt durch die Anwendung von Hypnose einen Suchprozess in Gang. Verhaltensstörungen im emotionalen oder seelischen Bereich sollen durch diesen Prozess bekämpft werden, und zwar mit Hilfe bereits gemachter Erfahrungen mit gleichen oder ähnlichen Problemen und vorhandenen, aber bisher nicht abgerufenen Fähigkeiten oftmals in Kombination mit anderen therapeutischen Maßnahmen.
Die wissenschaftliche Akzeptanz und vor allem die nachweisliche Wirksamkeit von Hypnose und der daraus resultierenden Hypnotherapie ist mittlerweile wissenschaftlich sehr gut belegt. Die Methoden der Kernspinresonanztomographie (MRT) sowie der Elektroenzephalographie (EEG) attestieren der Anwendung von Hypnose als Instrument zur Bekämpfung von Phobien, Verhaltensstörungen und Ängsten ein hohes Maß an Wirksamkeit und bieten deshalb neben der konservativen Medizin und deren Behandlungsmöglichkeiten eine gute Alternative bzw. die Anwendung von Hypnose kann als hervorragende Begleitmaßnahme dienen.
Zu bereits vorhandenen Studien und Untersuchungen zur Wirksamkeit von Hypnose bzw. Hypnotherapie anhand empirischer Studien sei hierbei auf folgende Artikel und Beiträge verwiesen:
Deutsches Ärzteblatt PP 3, Ausgabe März 2004, Seite 125
Übersicht der empirischen Studien im Bereich Hypnotherapie
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