Bio Natur - Gesundheit (er)leben

Musik und Literatur im Kontext mit der Natur

Vom Versuch, die Seele zu wiegen

Ist unsere Seele nur 21 Gramm wert ?

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Ja, es gab ihn und gibt ihn immer noch, den Homo sapiens, sprich Menschen des 21. Jahrhunderts, der immer noch etwas neugieriger ist als die breite Masse. Einer davon, der Arzt Duncan MacDougall aus Massachusetts, war ein Vertreter dieser Spezies. 1907 wollte er beweisen, daß unsere Seele aus Materie besteht. Ergo läßt sich auch das exakte Gewicht unserer Seele bestimmen. Und um das zu beweisen, stellte besagter MacDougall folgenden Versuch auf:

Er stellte vier Betten auf ebensoviele Waagen und suchte sich sechs Menschen, welche sich bereits im Endstadium ihres irdischen Daseins befanden. Dann maß er das Gewicht der Probanden vor und nach ihrem Ableben. Und siehe da, dem Arzt gelang es doch tatsächlich nachzuweisen, daß einer seiner Probanden nach seinem Exodus einen Gewichtsverlust von einer Dreiviertelunze hatte. Die berüchtigten 21 Gramm, das Gewicht der Seele. Eine Sternstunde menschlicher Wissenschaft oder einfach nur eine von vielen liebenswerten Spinnereien ?

Lieber Leser, der Glaube daran sei jedem selbst überlassen, wenngleich die Erkenntnisse und empirischen Methoden des Duncan MacDougall heute natürlich als antiquiert gelten.

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Mehr Selbstmorde durch Depressionen als durch Tuberkulose

Und trotzdem, eines sei hier festgehalten. Wenn jemand sagt, seine Seele sei schwer oder jemand hat eines schweres Gemüt, so kommt dies sicherlich nicht von ungefähr. Denn wenn wir auch nicht das Gewicht unserer Seele oder die genaue Lokalisation bestimmen können, eines ist gewiß. Es leiden heutzutage mehr Menschen an Depressionen und es sterben mehr Menschen an der Folgeerscheinungen durch Suizid als z.B. durch Tuberkulose.  

Was aber hat es mit diesem so häufig gebrauchten Wort Depression auf sich ? Ich habe viel im Internet recherchiert, ich habe mich in das Thema eingelesen, ich habe in meinem Bekanntenkreis nachgefragt. Aber ich habe keine allgemeingültige Formel für den Begriff Depression gefunden. Ich glaube, eine Depression äußert sich auf unterschiedlichste Arten. Ich habe nirgends eine wirklich befriedigende Erklärung gefunden, welche mir in wenigen Sätzen das Phänomen Depression erklären kann. Deshalb habe ich im folgenden ein paar der wichtigsten Merkmale zusammengetragen, wie sich eine Depression bemerkbar machen kann, nicht muß.

Begriffsbestimmung Depression

Waren Sie schon einmal so richtig antriebslos ? Haben Sie schon einmal Tage erlebt, an denen Sie sich am liebsten überhaupt nicht aus dem Bett bewegen wollten ? Wurden Sie schon einmal so von Hilfs- und Hoffnungslosigkeit übermannt, daß Ihnen zum Schreien und Weinen gleichermaßen war ? Ich hatte und werde diese Symptome wahrscheinlich auch immer wieder einmal haben. Aber dies bedeutet nicht, daß ich von einer Depression heimgesucht werde oder worden bin. Es ist eine ganz normale menschliche Empfindung, die durch Streß, Ärger am Arbeitsplatz oder in der Familie, oder einfach schlechte Laune heraus entsteht. Nicht jeder, der plötzlich zwei Tage nicht durchschlafen kann oder dem der Appetit für einige Zeit vergeht, leidet automatisch an einer Depression.

Entscheidend ist vielmehr, wie ich mit diesem Druck umzugehen weiß. Manchmal ist es sogar ratsam, seine Aktivitäten auf ein Minimum zurückzuschrauben. Denn nur mit Vollgas durch sein Leben zu rauschen, hält selbst der stärkste Organismus nicht aus. Ein rechtzeitiger Tritt auf das Bremspedal verhilft oftmals, sein inneres Gleichgewicht wieder von selbst zu finden. Und selbst der Gedanke an den Tod rechtfertigt noch nicht, von einer Depression zu sprechen. Denn der Mensch ist schließlich im Gegensatz zu den Tieren das Lebewesen, welches sich bewußt mit seiner Vergänglichkeit auseinandersetzen kann und auch soll. Das bewußte Auseinandersetzen mit dem eigenen Tod ist deshalb auch eine uns angeborene Neugier und ein Hinterfragen nach dem Sinn der menschlichen Existenz. Hier gleich von einer Depression zu sprechen wäre zu fatal, es ist vielmehr unsere Neigung, für Unbekanntes und noch Unerforschtes plausible Erklärungen zu finden. Die Suche nach Einstein´s Weltformel oder auch Stringformel  als fixe Idee des Menschen, das ganze Universum mit einem einzigen Modell, einer einheitlichen Formel erklären zu wollen.

Ebenfalls Vorsicht geboten ist, von einer Depression zu sprechen, wenn sich ein Betroffener nach einem schweren Schicksalsschlag zurückzieht. Eine pessimistische Einstellung nach dem Tod eines nahen Angehörigen, die Diagnose einer schweren Krankheit oder auch der Verlust des Arbeitsplatzes ist eine nur natürliche menschliche Reaktion. 

Wie aber entsteht dann diese Volkskrankheit Nr.1 ? All die oben genannten Gründe und Faktoren, und noch viele andere, können selbstverständlich Auslöser oder Unterstützer einer Depression sein. Aber es sind noch weit mehr Faktoren zu berücksichtigen, so z.B. die eigene Veranlagung, Persönlichkeitsfaktoren, psychosoziale Belastungsfaktoren oder die bereits angesprochenen körperliche Erkrankungen (zur genaueren Begriffsbestimmung siehe hier). 

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