Yin und Yang - Ein Leben im Gleichgewicht
Yin und Yang - Die beiden Seiten eines Berges
Wir kennen es alle, das Symbol für Yin und Yang. Zwei miteinander verwobene schwarz-weiße runde Formen. Den einen erinnern sie an zwei Fische oder an zwei Kaulquappen, ich deute sie als zwei Embryonen. Aber Yin und Yang soll nicht gedeutet werden, Yin und Yang ist eine Weltbetrachtung der chinesischen Philosophie, welche besonders im Taoismus (Daoismus) ihre Bedeutung findet.

Doch bevor wir näher auf Yin und Yang eingehen, womit sich Yin und Yang denn eigentlich beschäftigt und welche Philosophie in Yin und Yang enthalten ist, sollten wir erst einmal das Yin und Yang Symbol betrachten. Wir sehen eine schwarze und eine weiße Seite, beide mit dem jeweils andersfarbigen Punkt.
Im Yang keimt das Yin, im Yin wächst das Yang
Für diese Symbolik stehen die beiden Punkte, ein schwarzer Punkt im weißen Yang, ein weißer Punkt im schwarzen Yin. Dies bedeutet, im jeweiligen einen liegt auch der Ursprung des anderen. Ein Yin ohne Yang ist genauso wenig vorstellbar wie die Existenz des Yang ohne das Yin. Die beiden Punkte stehen für den Keim, dessen Saat im Gegenpol enthalten ist und nur mit dessen Hilfe auch aufgehen kann. Es kann keinen Himmel (Yang) ohne Erde (Yin) geben, Nur wenn die Weiblichkeit (Yin) und die Männlichkeit (Yang) eine Einheit bilden, ist ihr Fortbestand gewährleistet und gesichert. Nur das harmonische Zusammenspiel und Zusammenwirken von Yin und Yang ermöglicht deren Existenz. Das Yin bedingt das Yang, das Yang ist vom Yin abhängig. Nur wenn beide Keime im jeweils anderen verwurzeln, entsteht ein Ganzes, nur die Interaktion von Yin und Yang leitet die gegensätzlichen Energien in geordnete Bahnen.
Yin und Yang - Licht und Schatten
Ursprünglich standen Yin und Yang für die beiden Seiten eines Berges. Eine Seite des Berges, das Yang, liegt dabei in der Sonne und die Gegenseite verbirgt sich im Schatten. Aber beide Seiten gemeinsam bilden diesen Berg, die jeweils eine Seite kann ohne die andere nicht existieren. Ohne Licht ist kein Schatten möglich, die eine Seite trägt das Gewicht der anderen, stützt sie und hält sie im Gleichgewicht. Diese beiden Antipoden namens Yin und Yang sind in ihrer Gegensätzlichkeit vereint, ein Ungleichgewicht läßt den Berg einstürzen. Doch Vorsicht: Yin und Yang besitzen keine starren Grenzen, das weibliche Element und der männliche Einfluß verschieben sich unablässig. So wie die Sonne am Firmament bei ihrer täglichen Wanderung von Osten nach Westen die beiden Berghänge unablässig in wechselndes Licht und Schatten taucht, so stehen auch Yin und Yang in einem unablässigen Wandel zueinander. Diese beiden ständig rotierenden Kräfte in uns haben, je nach Tageszeit, einmal die Oberhand und dann wiederum müssen sie sich dem jeweils anderen Pol unterordnen. Wenn also Yin an der Spitze steht, steigt das Yang hinauf und das Yin hinab. Und wenn Yang am höchsten Punkt steht, macht sich wieder das Yin auf den Weg nach oben und dasYang begibt sich nach unten, in einem stetigen und harmonischen Kreislauf und Wechsel. Am deutlichsten wird diese ewige Transformation von Yin und Yang am Wechsel von Ebbe und Flut, an Tag und Nacht und dem immerwährenden Wandel der Jahreszeiten.
Yin- Wolkig und bedeckt
Yin, die Seite eines Berges, die sich im Schatten befindet. Yin steht für die weibliche Seite in uns, Yin ist der Pol, welcher den Herbst und den Winter repräsentiert, Yin steht für die Nacht, den Schatten und die Finsternis. Yin ist die Tochter in uns, Yin heißt nicht Unterordnung, sondern Gleichheit. Das Weibliche bedeutet aber auch Gemeinschaft, Trauer und Tod. Yin ist das Sinnbild für Passivität, für das Empfangende und für das Element Wasser. Im Yin sind die Himmelsrichtungen Norden und Westen begründet.
Yin ist die Erde, die sich vom Feuer und der Luft bedroht fühlt. Diese beiden Attribute des Yang, des männlichen Elements in uns bedeuten Gefahr für die Erde. Das Feuer verbrennt die Erde, das Yang macht das Yin unfruchtbar, die Erde fürchtet sich vor der Dominanz des Feuers. Aber die Erde fürchtet sich auch vor der Luft, denn der Wind trägt die Erde fort, das Yin verliert seine Wurzeln, die Erde verliert ihre Bodenhaftung.
Und doch ist die Erde abhängig vom Feuer und der Luft. Denn das Feuer verbrennt Altes und schafft damit Platz für neues Leben, das Feuer durchdringt den Boden und gibt neue Kraft, Krankheiten und Abgestorbenes wird vernichtet, die Erde erhält neue Vitalität. Und auch die Luft, der Wind sind wichtig für die Erde. Neuer Samen wird herangetragen, erst durch den Wind kann neues Leben entstehen. Woher soll die Erde ihre Pflanzen bekommen, wenn nicht durch die Lüfte, welche aus weit entfernten Orten neues Leben bringen.
Dieser immerwährende gegensätzliche Verbrauch, diese archetypischen Gegensätze bestimmen alles Leben.
Yang - Banner, die in der Sonne wehen
Yang, das Aufsteigende, Expansive und Kreative in uns. Yang steht für das Helle, die Sonnenseite des Berges. Das Yang verkörpert den Himmel und die Elemente Feuer und Luft. Das Yang besitzt die aktiven Eigenschaften Handeln und Reden, aber auch Wachsamkeit und Führungsanspruch. Der Frühling und der Sommer sind die Jahreszeiten des Yang, Yang heißt rechts, nicht links, expandierend, nicht stillstehend oder zusammenziehend.
Das Yang ist immer aktiv, das Feuer muß permanent brennen. Deshalb hat es auch Angst vor seinem größten Gegenspieler, dem Wasser. Das Yin möchte das Feuer löschen, aber das Feuer wiederum möchte auf der Erde ständig Neues schaffen.
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